Morgens auf St. Pauli schwimmen? Nicht mit Ole. Jedenfalls nicht, wenn´s einmalig und vor 09.00 Uhr sein soll. Denn in allen öffentlichen Bädern in Hamburg gibt es den FRUEHSCHWIMMCLUB. Da muss man erst mal Mitglied werden. Kostet monatlich € 24,50 - und als besonderen Bonbon gibt es eine Mindestvertragslaufzeit von 6 Monaten!!! Die Dame im Bäderland Budapester Strasse kann nichts dafür. Das ist ja im Allgemeinen so. Was mir übrigens auch klar ist. Ich weiß sehr gut, dass der Fahrkartenkontrolleur nichts dafür kann, wenn mein reservierter Sitzplatz doppelt vergeben ist. Und ich denke auch nicht, dass der Call Center Agent bei Hansenet Schuld hat, wenn ich eine halbe Stunde in der Warteschleife hänge. Aber Service-Mitarbeiter scheinen zu vermuten, dass ich annehme, sie könnten "etwas dafür". Ritualisierter Gesprächsbeginn im Beschwerdefall daher:
Ich: "Wissen Sie, ich habe mich echt geärgert, weil..."
Service-Personal: "Also, da kann ich auch nichts für. Ich habe die Fahrpläne (Öffnungszeiten, Preise, Personal...) nicht gemacht..."
Ich: "Ja, ich weiß, dass Sie nichts dafür können. Aber verstehen Sie bitte auch mich..."
Service-Personal: "Ich kann Sie gut verstehen. Aber ich kann da leider auch nichts machen."
So auch heute morgen die Dame im Schwimmbad. Sie kann mich gut verstehen und ich glaube ihr, dass sie weder etwas dafür - noch dagegen machen - kann. Schuld ist die Bäderland GmbH, sagt die Dame, und die wiederum ist eine einhundertprozentige Tochter der Stadt. Für mich bleibt die Frage: Verdient ein Ort, in dem man vor der Arbeit nirgends schwimmen gehen kann, eigentlich die Bezeichnung "Stadt"?